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Düsseldorfer Schauspielhaus

ingenhoven architects verantworten Sanierung der Düsseldorfer Bauikone

ingenhoven architects sind in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz verantwortlich für die Sanierung des Düsseldorfer Schauspielhauses. Das Gebäude, in den Jahren 1965 bis 1970 nach den Plänen des Architekten Bernard Pfau errichtet, bildet mit dem Dreischeibenhaus eines der bedeutendsten Ensembles der Nachkriegsarchitektur in Deutschland. Es ist aus theatergeschichtlichen, architektonischen und politischen Gründen außerordentlich bemerkenswert.

1998 wurde das Schauspielhaus in die Denkmalliste eingetragen. Der bauliche Zustand entspricht jedoch nicht mehr dem eines modernen Theaters. Außerdem haben konstruktive Fehler während der Bauzeit zu gefährdenden Beschädigungen und Mängeln an Fassade und Dach geführt. Die räumliche und atmosphärische Qualität für die Besucher und die Mitarbeiter des Hauses sowohl innen als auch außen sind entsprechend zu modernisieren.
Das grundsätzliche Ziel der Sanierung ist, die Optik des 1970 eröffneten und unter Denkmalschutz stehenden Düsseldorfer Schauspielhauses originalgetreu wiederherzustellen. Insgesamt soll der historische Bestand gewahrt und nur soweit wie möglich dem heutigen Stand der Technik angepasst werden. Die Neueröffnung ist für Mitte 2019 geplant.

Der Planungsbereich umfasst eine Dach- und Fassadensanierung sowie die Sanierung aller publikumsrelevanten Bereiche inklusive Beleuchtung und Möblierung. Lediglich die beiden Theatersäle sind ausgenommen, da 2010/11 der Große Saal vom Architekten Jörg Friedrich (pfp architekten) saniert worden ist. Der Grundsatz der behutsamen Sanierung betrifft auch die Restaurierung der teilweise überstrichenen oder überformten Sichtbetonwände.

Die Reparatur des Dachs beziehungsweise der Dächer zählt zu den essentiellen Maßnahmen. Dank der skulpturalen Form des Gebäudes gibt es mehrere gestaffelte Flachdächer sowie ein flach geneigtes Zeltdach auf dem Bühnenturm. Der fachgerechte, technisch einwandfreie neue Dachaufbau wird den heutigen Wärme- und Dämmstandard erreichen sowie Bauhöhe und Aussehen des Originals wahren. Im Zuge der Sanierung werden die Dächer ausgiebig begrünt.

Die Fassade des Schauspielhauses bildet technisch eine große Herausforderung. Die Stahlprofil-Paneele sind teilweise bis zu 16 Meter lang, untereinander ohne Stoßfugen verbaut und mit einer eigens entwickelten Unterkonstruktion sowie einer von Thyssen speziell gefertigten Sonderklemme am Baukörper befestigt. Eine Sanierung ist wegen der konstruktiven Umstände nicht ratsam. Nötig wird ein kompletter Austausch der Blechfassade samt Unterkonstruktion und Befestigungsklemmen. Das von Bernhard Pfau intendierte Aussehen kann mit heutigen technischen, konstruktiven und farb-analytischen Mitteln vollständig erreicht werden.

Ein weiterer nennenswerter Eingriff ist beispielsweise der Abbruch des nachträglich eingebauten Kassenhäuschens und die Anbringung eines neuen Windfangs vor den bisherigen Haupteingang. Die Abendkasse wird dabei ins Foyer verlagert. Die übrigen Funktionen des jetzigen Vorbaus sollen in einen neuen Pavillon auf dem Vorplatz verlagert werden. Die einzigartige filigrane Glas-Stahl-Konstruktion der Haupteingangsfassade bleibt dabei erhalten, nur wird sie technisch und malerisch aufgebessert.
Der Außenraum des engeren Umfelds des Schauspielhauses wird durch die Neugestaltung der Anlieferung und des Künstlereingangs erheblich aufgewertet. Dazu wird ein Sichtschutz (Beton) zwischen Künstlereingang und Anlieferung/Entsorgung aufgestellt. Im Weiteren wird die Gestaltung durch den neuen gemeinsamen Bodenbelag mit dem Gustaf-Gründgens-Platz verschmolzen. Geplant ist, die Gestaltung um das Schauspielhaus herum bis zum Hofgarten zu führen und ihn durch Pflanzkonzepte und Beleuchtung stärker in den Theaterraum einzubeziehen.

Bauhistorie

Das Düsseldorfer Schauspielhaus wurde 1904 von Louise Dumont und Gustav Lindemann als Privattheater mit angegliederter Schauspielschule gegründet und reüssierte schnell zu einem der führenden Häuser des Kaiserreichs und später in der Weimarer Republik. Im Zweiten Weltkrieg wurde das 1905 von Bernhard Sehring errichtete Theatergebäude komplett zerstört und das Theater selbst wurde 1951 im seinerzeitigen Operettenhaus als selbständige Institution der Stadt Düsseldorf neu gegründet. Gustaf Gründgens leitete es als Generalintendant; er gehörte zu den prominentesten Schülern Dumonts und Lindemanns vor dem Krieg. Für etliche Jahre stieg das Schauspielhaus zu einer der wichtigsten deutschsprachigen Bühnen Europas auf und behielt diese Position lange auch unter Gründgens Nachfolger Karl-Heinz Stroux. Davon zeugen zahlreiche Einladungen zum jährlichen Berliner Theatertreffen, das allemal bis zum Mauerfall 1990 das wichtigste theater-kulturelle (kulturpolitische) Instrument der Bundesrepublik war. Namhafte, die Nachkriegsepoche prägende Schauspieler und Regisseure wie Elisabeth Bergner, Paula Wessely, Maria Wimmer, Ernst Deutsch, Fritz Kortner oder Bernhard Minetti waren hier unter Vertrag, Wolfgang Langhoff wechselte von Düsseldorf nach Berlin, um dort die Langhoffsche Theaterdynastie zu begründen. Der regionale, nationale wie europäische Erfolg des Hauses führte ab 1965 zur Planung eines Neubaus, mit dem Bernhard Pfau nach einem mehrstufigen Wettbewerb beauftragt wurde.

  • Standort
  • Düsseldorf, Deutschland
  • Gebaut
  • im Bau

    Bauzeit von Dach- und Fassadensanierung sowie Sanierung der öffentlichen Bereiche: Januar 2018 – Mai 2019

    Öffentliches Vergabeverfahren 2017

    BGF: 19.000 m²